Die Balance finden:

Wie du die Gefahren intensiver Spiritualität vermeidest

Heute möchte ich ein Thema ansprechen dass ich in einem Blogartikel hier kurz erwähnt habe. 
Diesem Kapitel wollte ich schon des öfteren die Zeit und Raum geben, aber es war noch nicht der richtige Zeitpunkt dafür.
Vielleicht mag dieser Titel reißerrisch klingen, doch ich möchte genau das ansprechen. 
Lasse mich anfangen. 

Was überhaupt ist Spiritualität?
Im Allgemeinen bezieht sich Spiritualität auf den inneren Weg der Suche nach Bedeutung, Sinn und Transzendenz im Leben. Sie beinhaltet das Streben nach einer Verbindung zu etwas Größerem als dem eigenen Selbst, sei es eine höhere Kraft, das Universum, das Göttliche oder das Transzendente. Der Himmel auf Erden um es kurz zu fassen.
Hört sich angenehm an, oder? So leicht und problemlos. Also genau das was in unserem normalen Alltagsleben weniger zu finden ist. Fast logisch das der Mensch sich dafür interessiert.
Genau betrachtet ist ein Jeder von uns beseelt, also trägt Spirit in sich. Spirit ist der Geist, die Psyche und die Seele, das Bewusstsein. Der eine lebt es, der andere nicht. Der der es lebt, so wird berichtet, ist in Frieden mit sich und der Welt, der der dies nicht tut, lebt das normale Leben mit all seinen Problemen und ist folglich weniger bis gar nicht im Frieden mit sich und der Welt.
 
Doch nun zu dem was ich erlebt habe. Kurz und knackig, sonst würde es ein Buch werden ;) .
Ich hatte vor ungefähr 18 Jahren einen Bandscheibenvorfall der mich zwölf Wochen ausgeschaltet hat. Damals kam eine Freundin auf die Idee dies von einer Heilerin behandeln zu lassen. Was bitte? Meiner einer war mehr als skeptisch, weil ich mich vorher noch nie mit so etwas in der Art beschäftigt habe. Mir war das echt zu konfus und ich wollte das nicht. Schließlich konnte sie mich doch überzeugen. Skeptisch, absolut skeptisch, ließ ich mich doch behandeln und am nächsten Tag waren alle Schmerzen weg. WEG! Ich dachte dass ich das träume, aber es war wirklich so. 
Dies führte dazu dass ich mich näher mit dem Thema Spiritualität und Heilung auseinandersetzte. 

Ich wusste jetzt mehr über all das Mystische doch wirklich erklären konnte ich mir manches auch nicht. Doch gab es wirklich Erfahrungen die unglaublich waren. Es regte an sich noch mehr zu informieren, zu meditieren, Bücher und ect. zu konsumieren und so ziemlich alles zu hinterfragen. Warum ist Dieses oder Jenes gerade in meinem Leben, was hat das zu bedeuten..., wie kann ich es beeinflussen, endlos fortsetzbar.

Meine damals beste Freundin interessierte sich auch sehr für Spiritualität und verfolgte ihr Ziel sich selbst zu erkennen und erleuchtet zu werden mit all ihrem Herzblut. Teilweise musste ich sie bremsen, weil sie zum normalen Leben stellenweise gar keinen Bezug mehr hatte. 
Es war Totensonntag an dem sie starb. Den Herzinfarkt den sie hatte ignorierte sie. Sie rief mich unter Schmerzen an und sagte sie wolle jetzt in den Schmerz hineinspüren, dann würde er verschwinden. So hatte sie es schon oft in Büchern gelesen. Ihr Mann rief einen Krankenwagen aber nach ein paar Stunden in der Klinik hatte sie sich selbst entlassen weil sie wusste dass das alles nur mit der "Herzöffnung" zu tun hat die sie wohl gerade erlebt. 
Am Abend rief mich ihr Mann an und sagte mir das sie in der Wohnung verstorben sei. 

Es war ein Schock für mich und für alle die sie kannten! Da war Traurigkeit und da war Wut. Was war nur geschehen und sollte das richtig sein?

Von diesem Tage an, sah ich alles ein bisschen anders, ja sogar ein großes bisschen anders. 
Ich fing an zu hinterfragen. War alles was ich da gelesen und gelernt habe wirklich so sinnhaftig wie ich dachte? Hat sich mein Leben in dieser Zeit zum Besseren gewendet? 
Schwer zu sagen.
 
Ich sehe jetzt vieles anders. Ich habe erkannt dass jegliche Suche nach paradiesischen Zuständen eine Ablehnung des jetzigen Zustandes ist. Ich habe aufgehört das Glück, die Erfüllung oder was auch immer zu jagen. Es ist wie es ist, und wenn es mal nicht rosig ist, so ist das eben so. Love it, leave it or change it!Ich verzweifle nicht mehr. 
Ich glaube nicht mehr an Prophezeihungen, schon gar nicht wenn sie detailliert sind, am besten mit Wochentag und Uhrzeit. Ich habe aufgehört zu glauben das alles was ich sehe mein Spiegelbild ist und somit ich für ALLES was um mich herum geschieht mitverantwortlich bin. 
Sorry dass ich es sagen muss, aber das ist Grütze! 

Jeder Mensch hat Probleme an denen er mehr oder weniger zu knabbern hat. 
Ja und es gibt Menschen die helfen können. Angebot und Nachfrage. Doch darf ein Jeder sich vorher informieren, hineinfühlen. 
Ist das alles was erzählt wird in Stein gemeiselt? 
Gibt es Beweise dafür?
Gibt es ein Leben hier ohne jegliche Probleme? 
Kann ich darauf vertrauen dass irgend ein himmlisches Wesen meine Probleme dauerhaft löst? 
Muss ich nur meditieren und zuversichtlich sein?
Ist dies was da an Hilfestellungen angeboten wird, nicht auch ein lukratives Geschäft?  

Ich habe mich entschieden: Ich lebe Hier und Jetzt, in diesem Moment. Was morgen ist weiß ich nicht, nächste Woche schon gar nicht. Was in der Vergangenheit war ist nicht zwingend ausschlaggebend auf meine jetzigen Erfahrungen. Ich hänge nicht in Zeiten fest. Ich habe die freie Wahl zu denken und zu tun was ich für richtig halte.
Vielleicht falle ich auch mal, doch dann stehe ich wieder auf. 
Ich liebe das Leben.
 
Das Leben läuft in Wellen, hoch und runter. Mal schnell  und ein anderes mal gemächlich und ruhig. Das sind die Naturgesetze und ich bin Teil dieser Natur. Warum sollte es also anders sein? 


 


 

 

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